Aus der Geschichte des Schützenvereins "Edelweiß"Holzheim(von Albert Schweizer sen.)
Der damalige Holzheimer Bürgermeister, Kreis und Ökonomierat Josef Wagner, ein Mann, der zu Be- ginn des letzten Jahrhunderts bei allen Vereins- gründungen in Holzheim maßgeblich beteiligt war, lud im Jahre 1908 die am Schießsport interessierten Männer und jungen Leute in das Gasthaus "Zum Kreuz", um eine Schützenver-einigung zu gründen. Aus der Niederschrift der Gründungsversammlung geht hervor, dass sich acht Gründungsmitglieder eintragen ließen. Als ersten Vorstand wählten diese den Einberufer Bürgermeister Josef Wagner. Der neue Verein
bekam den Namen "Standschützen". In der Kegelbahn fand das jeweilige Schie-ßen mit Zimmerstutzen statt.
1910 wurde der Molkereipächter Ferdinand Lipp zum neuen ersten Vorstand ge- wählt. Neben dem Schießsport trat nun der Verein auch mit Tanzveranstaltungen an die Öffentlichkeit, was damals besonders von der Jugend begrüßt wurde.
Die Neuwahlen im Jahre 1913 brachten Ludwig Burgkart als neuen Vorstand an die Spitze des Vereins. Mit Mehrheit wurde die Namensänderung in "Schützenverein Eichenlaub" angenommen. Von jetzt ab entwickelte sich der neue Verein prächtig. Zur Fasnacht 1914 fand erstmals ein großes Schützenfest statt, das allgemein viel Zustimmung gefunden hat.
Mit Beginn der ersten Weltkriegs im Sommer 1914, der in ganz Europa die Lichter ausgehen ließ, wurden auch die Aktivitäten des Schützenvereins "Eichenlaub" in Holzheim jäh unterbrochen. Viele der aktiven Vereinsmitglieder wurden sofort oder im Laufe der Zeit zur Armee eingezogen und mancher von Ihnen kehrte nicht mehr in die Heimat zurück.
Nach dem Kriege schloß sich der Schützenverein "Eichenlaub" unter dem neuen Vorstand Mathias Brenner zunächst dem Veteranen- und Soldatenverein Holzheim an. Aber schon 1919 unter Vorstand Georg Mayr wurde die Selbstständigkeit wieder hergestellt.
In der Folgezeit wurde im sogenannten "Sparrenbrunnen" beim Haartholz mit viel freiwilliger Arbeit und großen Opfern der Schützen ein Kleinkaliberstand mit Schützenheim errichtet. Leider wurde diese Anlage Mitte der 30er- Jahre von Un- bekannten und Brand gesetzt und zerstört.
Von 1923 bis 1925 wurde der Verein von Josef Egger (Unterbauer) verantwort-lich geführt. Auf Ihn folgte Josef Demharter (Wahl). Zum ersten Mal wurde in dieser Zeit auch der Name "Edelweiß" erwähnt. Leider fehlen hierüber weitere Angaben über das Warum und Weshalb, muß aber als ein erstes Zeichen für Meinungsverschiedenheiten und Zerwürfnis angesehen werden, denn alle schriftli-chen Unterlagen dieser Zeit sind beim Brande des Schützenheimes vernichtet worden.
Es folgte - zu Beginn der 30er- Jahre - die leidvolle Spaltung des Vereins. Im Gasthaus "Zum Kreuz" verblieben die von "Eichenlaub" und im Gasthaus "Lamm" etablierte sich ein neuer Schützenverein, der sich "Edelweis" nannte. Diese Spal-tung war natürlich auch der Grund für die Inaktivität beider Vereine in der Öffentlichkeit in den folgenden Jahren. Nur das Schießen in den beiden Gastlokalen konnte aufrecht erhalten und fortgeführt werden. Der Kriegsbeginn 1939 machte dieser Entwicklung wiederum ein Ende.
Nach dem Kriege, um das Jahr 1950 - die amerikanische Besatzungsmacht hatte das sportliche Schießen wieder zugelassen - ging man mit dem Gedanken "Einigkeit macht Stark" wiederum daran einen Schützenverein zu gründen. Aber nur noch einen ! Man nannte ihn Schützenverein "Edelweiß". Der Schießbetrieb wurde im Gasthaus "Lamm" wieder aufgenommen. Der damals gewählte 1. Vorstand Ulrich Gutmair erweckte mit viel Energie und Geschick den Verein zu neuem Leben. 24 aktive und 35 passive Mitglieder zählte die neue Mitgliederliste. Vermehrt trat der neue Verein wieder in der Öffentlichkeit auf. Etwa zur gleichen Zeit trat der Verein auch dem Sportschützengau Donau-Brenz-Egau bei und führte mit dessen Unterstützung ein großes Preisschießen durch. 225 Schützen kamen an den Stand und trugen dem Erfolg der Veranstaltung bei. Gauschützenmeister Leonhard Oberfrank war beim Preisschießen selbst anwesend, sprach dem Verein und den für das Fest Verantwortlichen für die Ausrichtung und hervorragende Organisation seine volle Anerkennung aus.
Im Jahre 1956 mußte Vorstand Ulrich Gutmair wegen seiner angegriffenen Gesundheit sein Amt aufgeben und wurde zum Ehrenvorstand ernannt. Neuer Vorstand wurde Georg Breunig. In kurzen Abständen folgten Ihm die Vorstände Xafer Schweizer und Karl Konrad. In deren Amtszeit wurde 1959 ein Vergleichs-schießen mit dem Schützenverein Weisingen, und im Folgejahr mit den Vereinen aus Episburg, Eppishofen und Aislingen durchgeführt.
Die stetige Aufwärtsentwicklung des Vereins machte 1960 die Errichtung eines neuen Schießstandes notwendig. Dank dem hervorragendem Gemeinschaftssinn konnte im Gasthaus "Lamm" mit viel freiwilliger Arbeit der neue Schießstand geschaffen werden. Dieser wurde an Pfingsten 1668 mit dem Schützenheim vom Ortspfarrer Richard Schätzl kirchlich eingeweiht. Zu dieser Zeit zählte der Verein 8 Damen, 36 Männer, 14 Jungschützen und 76 passive Mitglieder.
An einer ausserordentlichen Generalversammlung vom 17. Juli 1968 wurde einstimmig beschlossen eine Vereinsfahne zu beschaffen um dann im Folgejahr 1969 die Fahnenweihe an einem dreitägigen Schützenfest vorzunehmen. Am 29. Juni 1969 fand der Festumzug mit den Fahnenjungfern und Fahnenbräuten Herta Waldenmayr, Mathilde Schwab, Inge Burgkart und dem heute noch amtierenden Fahnenjunker Ludwig Feistle nebst 61 Vereinen und 31 Fahnen statt